Eine Analyse des ifo Instituts im Auftrag der IHK München und Oberbayern zeigt, dass Deutschland wichtige Voraussetzungen für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz fehlen. Der IKT-Sektor trägt nur 4,6 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei, bei IT-Dienstleistungen lag das Handelsdefizit 2025 bei 11 Milliarden Dollar.
Das ifo Institut hat im Auftrag der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern eine Analyse zur Vorbereitung Deutschlands auf den KI-Boom erstellt. Der IKT-Sektor trägt nur 4,6 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei, das ist unterer EU-Durchschnitt. Bei IKT-Dienstleistungen importierte Deutschland 2025 Leistungen im Wert von 11 Milliarden Dollar mehr, als es exportierte. Auch die digitale Verwaltung kommt kaum voran: Bei vorausgefüllten Formularen steckt Deutschland noch in der Experimentierphase, während Länder wie die Niederlande, Dänemark, Polen oder Österreich dies längst umgesetzt haben. Im Bildungsbereich erreichen 40 Prozent der Achtklässler nicht die zweite Stufe der Computer- und Informationskompetenz.
Für Unternehmen bedeutet das: Kein anderes EU-Land ist bei IKT stärker vom Ausland abhängig als Deutschland. Das schränkt Standortentscheidungen ein und erhöht die Abhängigkeit von importierten Lösungen für KI-Projekte. Zugleich bremst mangelnde Fachkompetenz die Umsetzung: Sie ist laut ifo der häufigste Grund, warum Unternehmen geplante KI-Projekte nicht realisieren.
Die vollständigen Ergebnisse veröffentlicht das ifo Institut Ende November in der Studie Benchmarking Digitalisierung 2026, erneut im Auftrag der IHK München und Oberbayern. Offen bleibt, wie schnell Verwaltung und Bildungssystem auf die Befunde reagieren und ob die angekündigten Reformen die strukturellen Lücken tatsächlich schließen.
Was das für Entscheider bedeutet
- Prüfen Sie die Abhängigkeit Ihres Unternehmens von importierten IKT-Lösungen und mögliche Alternativen am Standort Deutschland.
- Investieren Sie gezielt in Weiterbildung zu KI-Grundlagen, da fehlende Fachkompetenz der häufigste Grund für gescheiterte KI-Projekte ist.
- Verfolgen Sie die Studie Benchmarking Digitalisierung 2026 des ifo Instituts, die Ende November veröffentlicht wird.
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