Epoch AI hat Huaweis Ascend-Roadmap mit Nvidias Chip-Entwicklung verglichen. Huawei produziert 2026 rund 25-mal weniger Gesamtrechenleistung als Nvidia, und US-Exportkontrollen bei Fertigung und Speicherbandbreite dürften diesen Abstand bis 2030 kaum schließen.
Epoch AI vergleicht Huaweis KI-Chip Ascend 950 mit Nvidias aktueller Generation anhand der Gesamtrechenleistung, also der Anzahl produzierter Chips multipliziert mit deren Leistung pro Chip. Der Ascend 950 liefert demnach etwa siebenmal weniger Rechendurchsatz als Nvidias B300 und nur die Hälfte der Leistung des bereits 2022 eingeführten H100. Bei der Stückzahl rechnet Epoch AI für 2026 mit rund 1,5 Millionen produzierten Ascend-Chips gegenüber etwa 6 Millionen Chips von Nvidia. Zusammengenommen ergibt das eine rund 25-mal geringere Gesamtrechenleistung auf Huaweis Seite.
Huaweis Fertigungspartner SMIC kann Transistoren wegen fehlender Zugangsmöglichkeiten zu modernen Lithografiemaschinen deutlich weniger dicht packen als Nvidias Partner TSMC. Huawei will diesen Nachteil bis 2030 unter anderem durch größere Chips, eine auf niedrigere Rechengenauigkeit optimierte Architektur und eine vertikale Stapelung von Logik-Dies namens LogicFolding ausgleichen. Epoch AI schätzt, dass Huawei trotz substanzieller Fortschritte weiterhin rund vier Jahre hinter Nvidias Chip-Leistung und Produktionsvolumen zurückbleibt. Für Unternehmen mit chinesischen Lieferketten bedeutet das ein anhaltendes Leistungsgefälle bei KI-Hardware, das Beschaffungsentscheidungen und Diversifizierungsstrategien beeinflusst.
Unklar bleibt, wie sich die Lage verändert, falls China eigene Lithografietechnik früher als erwartet marktreif macht oder die US-Exportkontrollen gelockert werden. Auch Nvidias eigener Fortschritt ist nicht garantiert, etwa wenn sich die für 2028 erwartete Feynman-Generation verzögert. Für Unternehmen, die auf chinesische KI-Hardware angewiesen sind, bleibt die Frage offen, ob ein Leistungsabstand von vier Jahren für die eigenen Anwendungsfälle überhaupt relevant ist oder ob geringere Rohleistung durch Preis und Verfügbarkeit ausgeglichen wird.
Was das für Entscheider bedeutet
- Prüfen Sie bei chinesischen KI-Chips, ob die verfügbare Rechenleistung für Ihren Anwendungsfall ausreicht.
- Beobachten Sie Fortschritte bei chinesischer Lithografietechnik, da sie den Abstand schneller schließen könnten als erwartet.
- Sichern Sie Nvidia-Lieferketten durch alternative Beschaffung ab, ohne von kurzfristigem Aufholen Huaweis auszugehen.
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