Eine neue ifo-Studie zeichnet den weltweiten Halbleiter-Fußabdruck von Deutschland und den USA nach. Die deutsche Industrie erreicht rund ein Siebtel des US-Beitrags, verdient ihn aber größtenteils im Ausland. Nur gut 26 Prozent der deutschen Unternehmen nutzten 2025 KI, EU-weit reicht das für Rang 9.
Eine neue ifo-Studie zeichnet den weltweiten Halbleiter-Fußabdruck am Beispiel Deutschlands und der USA nach. Die deutsche Halbleiterindustrie erreicht über alle Wertschöpfungsstufen hinweg rund ein Siebtel des Beitrags der US-Industrie zur weltweiten Konsum- und Investitionsnachfrage, erwirtschaftet davon aber den größten Teil im Ausland. Bei Maschinen und Kraftwagen ist der globale Beitrag mehr als fünfmal so hoch wie der für die inländische Nachfrage, bei IT-Dienstleistungen liegt die Differenz noch höher.
Die schwache Inlandsnachfrage nach Hochtechnologie bremst laut ifo-Expertin Anita Wölfl auch die Verbreitung von KI in Deutschland: 2025 nutzten gut 26 Prozent der deutschen Unternehmen KI, EU-weit reicht das nur für Rang 9. Deutlich wird zudem die digitale Abhängigkeit von den USA, auf die rund 75 Prozent der weltweiten Hochleistungs-Rechenkapazität entfallen, während auf Deutschland nur ein Bruchteil davon kommt.
Die Studie empfiehlt klare, bürokratiearme Regeln zu Datenschutz und Datennutzung sowie einen stärkeren Wagniskapitalmarkt, der hierzulande noch schwach ausgeprägt ist. Der EU Chips Act 2.0, der die Nachfrageseite und die Rolle von Start-ups stärker in den Blick nimmt, geht laut ifo in die richtige Richtung. Offen bleibt, wie schnell diese Reformen wirken, während andere Regionen ihre Rechenkapazität weiter ausbauen.
Was das für Entscheider bedeutet
- Prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen zu den gut 26 Prozent der deutschen KI-Nutzer zählt oder Nachholbedarf hat.
- Verfolgen Sie die Umsetzung des EU Chips Act 2.0, der Start-ups und Nachfrage gezielt fördern soll.
- Sichern Sie sich frühzeitig Zugänge zu Hochleistungs-Rechenkapazität, da rund 75 Prozent davon in den USA liegen.
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