Universitätsklinikum Bonn, Universität Bonn und Lamarr-Institut bauen mit 25 Millionen Euro Landesförderung eine gemeinsame Infrastruktur für KI-gestützte Wirkstoffentwicklung auf. Der Standort ist Teil des 200-Millionen-Euro-Netzwerks AI4CancerCure.NRW mit sieben Uniklinika und der TU Dortmund.
Das Land Nordrhein-Westfalen stellt 25 Millionen Euro für den Aufbau einer KI-Infrastruktur in Bonn bereit. Universitätsklinikum Bonn, Universität Bonn und Lamarr-Institut wollen damit neue Krebsmedikamente zunächst am Computer entwerfen und anschließend im Labor herstellen, analysieren und testen. Der Standort ist Teil des neuen Forschungsnetzwerks AI4CancerCure.NRW, für das das Land insgesamt 200 Millionen Euro bereitstellt und in dem alle sieben Uniklinika des Landes sowie die TU Dortmund zusammenarbeiten.
Bonn übernimmt dabei eine zentrale Rolle: Antikörper, Miniproteine, Peptide und kleine Moleküle sollen zunächst mit KI-Methoden entworfen und danach direkt vor Ort synthetisiert und experimentell auf ihre Wirkung gegen Krebszellen geprüft werden. Nach Angaben der beteiligten Institute entsteht so ein geschlossener Kreislauf aus Design, Experiment und Optimierung, der Design und Labortestung eng verzahnt. Für Forschungspartner und Zulieferer im Bereich Laborausstattung und Rechenzentren schafft die Fördersumme Planungssicherheit über mehrere Jahre.
Offen bleibt, wie schnell aus den am Computer entworfenen Wirkstoffkandidaten tatsächlich klinisch nutzbare Medikamente werden. Die Förderung deckt den Aufbau von Rechen- und Laborinfrastruktur, nicht die späteren klinischen Studien. Wie lange der Weg von der ersten Designidee bis zur Zulassung eines Wirkstoffs dauert, lässt sich aus der aktuellen Ankündigung noch nicht ablesen.
Was das für Entscheider bedeutet
- Prüfen Sie Kooperationsmöglichkeiten mit dem Netzwerk AI4CancerCure.NRW für eigene Forschungsprojekte.
- Beobachten Sie den Aufbau der GPU- und Laborinfrastruktur in Bonn als Hinweis auf regionale Kapazitäten.
- Legen Sie fest, ob Ihr Unternehmen Laborausstattung oder Rechenzentrumsleistungen für das Netzwerk anbieten kann.
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