Laut ifo Konjunkturumfrage nennen 50 Prozent der befragten Unternehmen Bürokratie und Regulierung als größtes Standortproblem, vor Energiekosten mit 27 Prozent und Arbeitskosten mit 22 Prozent. Grundlage sind 4.449 Antworten aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen vom Juli 2026.
Die ifo Konjunkturumfrage vom Juli 2026 zeigt, dass 50 Prozent der deutschen Unternehmen Bürokratie und Regulierung als größtes Standortproblem nennen. Auf den Plätzen folgen Energiekosten mit 27 Prozent und Arbeitskosten mit 22 Prozent. Ausgewertet wurden 4.449 offene Antworten aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen. Am seltensten klagen Solo-Selbstständige mit 33 Prozent, bei großen Unternehmen sind es 59 Prozent.
ifo-Befragungsleiter Klaus Wohlrabe verweist auf zwei Wirkungswege: Bürokratie bindet Personal, das an anderer Stelle fehlt, und verhindert Investitionen, die sich nach Einpreisung von Genehmigungs- und Dokumentationsaufwand nicht mehr rechnen. Nach seiner Einschätzung ist der zweite Effekt der teurere, weil er in keiner Statistik auftaucht - das Vorhaben wird schlicht nie begonnen. Besonders betroffen sind Betriebe mit Beschäftigten, Anlagen und Exportgeschäft, die mehrere Regelwerke gleichzeitig erfüllen müssen.
Die Erhebung beruht auf freien Textantworten ohne vorgegebene Kategorien, Mehrfachnennungen waren möglich. Das erklärt, warum sich die Anteile auf mehr als 100 Prozent summieren und warum Aussagen zur Größenordnung des Problems mit Vorsicht zu lesen sind. Offen bleibt, welche konkreten Vorschriften Unternehmen als besonders belastend empfinden und ob die Bundesregierung daraus messbare Entlastungsschritte ableitet.
Was das für Entscheider bedeutet
- Prüfen Sie, welche Berichtspflichten in Ihrem Unternehmen tatsächlich Personalkapazität binden.
- Erfassen Sie systematisch, welche Investitionsvorhaben an Genehmigungs- oder Dokumentationsaufwand scheitern.
- Beobachten Sie, welche Entlastungsmaßnahmen die Bundesregierung nach dieser Erhebung ankündigt.
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