Der Epoch Brief vom 8. Oktober beziffert den Preisverfall für gleiche KI-Leistung auf 47 Prozent pro Quartal, rund das 13-Fache pro Jahr. Bis 2027 könnten die verschifften KI-Chips bis zu 2 Milliarden günstige Agenten gleichzeitig betreiben. Sechs chinesische Anbieter erzielen zusammen nur ein Zehntel des KI-Umsatzes von OpenAI und Anthropic.
Laut den Epoch-Forschern David Roodman und Luke Emberson ist der Preis für ein festes Leistungsniveau bei KI-Modellen in den vergangenen drei Jahren im Schnitt um 47 Prozent pro Quartal gefallen, etwa das 13-Fache pro Jahr - viermal schneller als bei der DNA-Sequenzierung und 18-mal schneller als bei Lithium-Batterien. Eine zweite Studie von Jason Li schätzt, dass die bis 2027 verschifften KI-Chips je nach Modellwahl 30 bis 170 Millionen gleichzeitige Spitzenmodell-Agenten oder bei billigeren Modellen fast 2 Milliarden Agenten betreiben könnten. Eine dritte Analyse von Anson Ho und Cheryl Wu beziffert den KI-Umsatz von sechs führenden chinesischen Anbietern - Alibaba, ByteDance, Z.ai, Moonshot, DeepSeek und MiniMax - zusammen auf rund ein Zehntel dessen, was OpenAI und Anthropic gemeinsam erzielen.
Für Einkauf und Lieferantenwahl sind zwei Trends relevant: Die Rechenkosten pro Leistungseinheit sinken weiter deutlich schneller als in anderen Technologiefeldern, was Budgetplanungen für KI-Projekte laufend nach unten korrigieren dürfte. Gleichzeitig bleibt der kommerzielle Abstand chinesischer Anbieter zu den US-Laboren trotz offener Modellgewichte groß, was die Risikoeinschätzung bei Lieferantendiversifizierung beeinflusst. Hinzu kommt eine Analyse zu Handelsdaten, die auf mehr als 3 Milliarden Dollar an über Malaysia nach China geschmuggelten Chips hindeutet.
Offen bleibt, ob die prognostizierte Agentenzahl überhaupt auf reale Nachfrage trifft - Epoch selbst nennt das die entscheidende unbeantwortete Frage. Auch die Hochrechnung zu chinesischen Umsätzen beruht auf öffentlich verfügbaren Angaben der Unternehmen, die sich nur eingeschränkt prüfen lassen. Wer eigene Kostenmodelle für KI-Projekte führt, sollte die Quartalsrate von Epoch als Richtwert für die nächste Budgetrunde einplanen.
Was das für Entscheider bedeutet
- Aktualisieren Sie Ihre KI-Budgetplanung vierteljährlich, da die Kosten pro Leistungseinheit laut Epoch um rund 47 Prozent pro Quartal fallen.
- Bewerten Sie chinesische Modellanbieter weiterhin als kommerziell kleiner als OpenAI oder Anthropic, bevor Sie Lieferantenrisiken neu gewichten.
- Beobachten Sie die Herkunft von KI-Hardware in Ihrer Lieferkette angesichts der gemeldeten Chip-Schmuggelrouten über Malaysia.
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